Sie ist eine zutiefst unglückliche Frau. Grund ihres Unglücks ist ihre Kinderlosigkeit. All die Jahre ist sie einfach nicht schwanger geworden. In der Zeit und der Gesellschaft in der sie lebt, ist Unfruchtbarkeit so ziemlich das Schlimmste was einer verheirateten Frau passieren kann. Ohne Kinder wird man von den anderen bemitleidet, verspottet, nicht so ganz für voll genommen, verachtet: „Ach, die arme Hanna“, oder schlimmer noch: „Was wohl nicht mit ihr stimmt?“ Das trifft sie tief, denn es stellt sie selbst grundsätzlich infrage. Es betrifft ihre Ehre, ihren Wert und es grenzt sie aus, innerhalb ihrer Familie, innerhalb ihres Ortes. Das war hart. Vor allem, weil es keinen Ausweg gab. Sie selbst konnte nichts daran ändern.
Dabei hat sie noch das Glück einen verständnisvollen Ehemann zu haben, der zu ihr hält und sie liebevoll umsorgt. Das war keine Selbstverständlichkeit. Aber das half nur ein bisschen.
Und irgendwann kann sie es nicht mehr ertragen: Beim jährlichen Gang zum Heiligtum wagt sie es endlich Gott ihr Herz auszuschütten und ihn um ein Kind zu bitten. Einen Sohn, der ihre Ehre wiederherstellen soll. Sie ist sogar bereit, den erbetenen Sohn als Diener im Heiligtum zur Verfügung zu stellen. Wenn er nur ….
Und das Wunderbare geschieht. Gott beschenkt sie: Als sie wieder nach Hause kommen wird Hanna schwanger und bekommt einen Sohn – Samuel.
Unfruchtbar – ein Zustand, in dem der Mensch etwas nicht tun kann, obwohl er im Grunde dafür geschaffen wurde. Ein „im Grunde sollte es so sein“, aber es gibt Gründe, warum es nicht geht.
Konkret erlebt von Hanna mit unerfülltem Kinderwunsch, aber es öffnet uns auch eine Sicht, die weit darüber hinausgeht. Warum?
Es ist ein Thema, das uns in der Bibel immer wieder begegnet. Denn damit will uns Gott etwas erklären. Er will uns etwas über sich und uns zeigen. Und er will uns zeigen, wie barmherzig er ist.
Denn seit der Abkehr der ersten Menschen von Gott befinden wir uns genau in diesem unfruchtbaren Zustand. Geschaffen sind wir eigentlich für die liebende Gemeinschaft mit ihm. Für eine enge, liebevolle Beziehung. Da sich die Menschen jedoch dafür entschieden haben ihre eigenen Herren sein zu wollen geht das plötzlich nicht mehr. Diese Entscheidung war unumkehrbar, sie betrifft alle seither Geborenen.
Wie bei Hanna ist es nicht möglich, diesen Zustand selbst zu verändern. Von uns selbst aus haben wir keine Chance diese Beziehung zu Gott wieder herzustellen. Egal wie wir uns anstrengen. Das Einzige was wir tun können ist uns ihm wieder zuzuwenden. Er allein kann uns wieder zu dem machen was wir eigentlich sind – Menschen, die die Freiheit haben zu ihm gehören. Dazu hat er uns seinen Sohn zur Verfügung gestellt. Jesus, ganz Gott und ganz Mensch. Er hat durch seinen Tod am Kreuz alles beseitigt, was Menschen von Gott trennt. Wenn wir uns ihm zuwenden und ihn um Wiederherstellung unseres Menschseins bitten wird er es tun. Denn er liebt uns und wir sind ihm unendlich wertvoll.
Irgendwann hatte Hanna verstanden, dass nur Gottes Barmherzigkeit ihre Rettung sein kann. Durch die Begegnung mit ihm wurde ihr Leben neu. Wann willst du ihm begegnen? Er wünscht sich nichts mehr, als auch dein barmherziger Retter zu sein.
Hanna und ich
Bedürftig bin ich
Dürstend
Nach Gottes großer Barmherzigkeit
Der in mir weckt
Was mein Leben wertvoll macht
Heilig und ewig
Der meine Schuld vergibt
Und meine Wunden heilt
Der meine Ehre wiederherstellt
Und mich laut lachen lässt
Der das Singen in mir aufweckt
Den Gesang der Freude
Und des Glücks
Der Worte der Liebe
Aus mir heraussprudeln lässt
Und dessen Triumph
Ich herausschreien will
Diese Barmherzigkeit
Die so kostbar ist
Weil sie IHN alles gekostet hat.
Nachzulesen in 1.Samuel Kapitel 1