Die Morgenfrische ist schnell verflogen. Jetzt steht die Luft vor Hitze. Erdrückend schwül. Schon seit Wochen hat es nicht mehr richtig geregnet. Der Flusspegel sinkt bedenklich. Jeden Tag zeigen sich neue Sandbänke. Bäume beginnen sich durch die langanhaltende Trockenheit braun zu färben. Das Grün der Wiesen beinahe ausgedörrt. Wir ziehen uns nach drinnen zurück. Die Stadt scheint wie ausgestorben. Jede Bewegung wird zu viel. Der Asphalt glüht. Die Gewitterwolken ziehen vorbei.
Am Abend weht plötzlich ein Lüftchen. Freudig begrüßen wir die Abkühlung. Irgendwo muss es geregnet haben. Beim Gassi gehen lassen sich Hund und Mensch das Flusswasser um die Füße spülen. Leichtes Abendessen und erfrischende Getränke schmecken nach Sommer. Und in der Nacht fallen Sternschnuppen vom Himmel.
Nie sind wir dankbarer als in Zeiten von Dürre. In erdrückenden Zeiten. Hier entdecken wir wieder was wesentlich ist. Was wir wirklich brauchen. Wird uns ein Hauch seines Geistes zum Lebensspender. Spüren neu die Frische lebendigen Wassers. Schmecken wir seine Freundlichkeit. Und lernen wieder zu staunen über seine Wunder.

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.