Gedankenschnipsel Straßenhund

Neulich habe ich diesen Straßenhund getroffen. Er lag einfach so da – mitten auf dem Weg. Eigentlich konnte ich nur seinen Kopf sehen. Nur ein paar Linien, die eigentlich zur Ausbesserung  der Risse im Asphalt aufgebracht worden waren. Ein paar heruntergefallene Blätter als Auge vervollständigten das Bild. Ziemlich unfertig und doch erkannte ich darin einen dackelartigen Hund.

Manchmal braucht es nicht mehr als ein paar Linien, um etwas oder jemand zu erkennen. Gelegentlich haben wir das schon als Ratespiel gespielt: Einer malt, die anderen müssen den Begriff möglichst schnell erraten. Oft reichen ein paar typische Striche, der richtige Ansatz und schon weiß man womit man es zu tun hat.

Welche Linien machen mich, machen dich, erkennbar? Und damit meine ich weniger die äußeren als vielmehr die inneren Linien. Die unseres Herzens. Die unseres Charakters. Die grundlegenden Linien. Die so viel mehr von uns zeigen als unsere Äußerlichkeiten. Woran wollen wir erkannt werden? Welche Linien sind es wert nachgezeichnet zu werden, weil sie uns und anderen Kraft geben? Und bei welchen ist es nötig sie auszuradieren und neu zu malen? Neue Linien, durch die Risse in unserer Seele heilen. Damit unser Lebensbild immer mehr dem Anblick entspricht nach dem wir uns sehnen. Damit erkannt wird wer wir wirklich sind: Ebenbilder dessen, der uns geschaffen hat. Gott sei Dank.