Seit ein paar Tagen sitzen wir fest. Vierzehn Tage dürfen wir das Haus krankheitsbedingt nicht verlassen. Als wir die Nachricht unserer Quarantäne bekamen standen nicht nur gesundheitliche, sondern auch organisatorische Fragen im Raum: Wie kommt der Hund raus? Und wie kommen wir an unsere Einkäufe? Was wir normalerweise ganz selbstverständlich erledigen und selbst hinkriegen wird plötzlich unmöglich. Jetzt geht außerhalb des Hauses gar nichts mehr. Gott sei Dank gibt es viele liebe Menschen in unserem Umfeld. Jede Menge Angebote etwas für uns zu erledigen. Eine wahre Welle der Hilfsbereitschaft schwappt über uns und es wird für alles gesorgt was wir brauchen. Wir sind voller Dankbarkeit.
Trotzdem merke ich, dass es in mir diesen kleinen Teil gibt, dem es gar nicht so leicht fällt, um Hilfe zu bitten. Eigentlich richtig doof. Arbeite ich doch seit vielen Jahren in Teams, bin als Teil verschiedener Gemeinschaften und mit Freunden und Familie unterwegs. Bei diesem gemeinsamen Unterwegs sein fiel es mir nie schwer, um Hilfe zu bitten, wenn meine Kompetenzen oder Möglichkeiten nicht ausreichten. Vielleicht ist es jetzt der Unterschied, dass ich tatsächlich nichts dazu beitragen kann. Nur annehmen, was andere mir liebevoll Gutes tun. Doch schon jetzt, nach den ersten Tagen, spüre ich, wie gut mir das tut. Bitten, merke ich, vertieft meine Verbindung zu meinem Gegenüber. Denn ich vertraue darauf, dass derjenige bereit ist mir Gutes zu tun.
Noch viel mehr als in unserer akuten Situation gilt das für den täglichen Umgang mit unserem himmlischen Vater, der uns nicht nur anbietet, sondern auffordert zu bitten: Um das tägliche Brot – damit wir versorgt sind mit dem was wir brauchen und um Vergebung – damit entsorgt wird was uns und anderen schadet. Bitten für das, was wesentlich für unser Leben ist und was wir nicht selbst in der Hand haben. Weil er es gut mit uns meint. Immer. Gott sei Dank.

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