
Seit Beginn unserer Quarantänezeit sind wir uns so gut wie möglich aus dem Weg gegangen. Das hat aufgrund der Größe unseres Hauses und der Zimmeraufteilung ganz gut geklappt. Waren wir nicht in Sichtkontakt haben wir uns gegenseitig zugerufen, was wir gerade tun und wo wir sind. Auch beim Essen. Stand es fertig gekocht auf dem Herd – Essen ist fertig! – konnte sich jeder nacheinander seinen Teller füllen und sein Plätzchen suchen, an dem er essen wollte. Die Zeitung, eine Zeitschrift, das Handy oder auch nur der Blick auf das Vogelhaus im Garten leisteten dabei Gesellschaft.
Obwohl wir ja immer noch alle unter einem Dach wohnen und trotz aller geltenden Abstandsregeln miteinander kommunizieren konnten, war das gemeinsame Essen eines der Dinge, die mir am meisten fehlten. Nochmal neu ist mir bewusst geworden, wie wertvoll gemeinsames Essen ist. Nirgendwo anders als beim Essen, beim zusammen um einen Tisch sitzen, werden so viele Grundbedürfnisse des Menschen gleichzeitig gestillt: Hunger und Durst, Gemeinschaft, Nähe, Austausch und Freude. Nirgendwo anders fällt es uns leichter zu teilen und Anteil zu nehmen.
Es hat schon seinen Grund, dass Jesus die Aufforderung, sich beständig daran zu erinnern, dass er als Rettung für jeden Menschen auf dieser Welt starb, mit dem gemeinsamen Essen verknüpfte.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.