Kaum ein Monat beinhaltet nach meinem Empfinden so viel Unterschiedliches wie der November:
Noch warme fast spätsommerliche Tage sind ebenso möglich wie erster Frost oder Schneefall auf den Bergen. Graue Nebel wechseln sich ab mit strahlendem Sonnenschein oder liegen dicht neben- oder ineinander verschlungen. Die explodierende Farbenpracht der Laubbäume konkurriert mit der gleichzeitig zunehmenden Dunkelheit. Blumenkübel mit noch prächtig blühenden Sommerblumen auf Balkon oder Terrasse treffen auf zunehmendes Getümmel der Vögel am Futterhaus. Nach stillem Gedenken an unsere lieben Verstorbenen zu Beginn des Monats richtet sich unser Blick auf den Beginn des Advents am Monatsende. In den Gärtnereien finden wir Grabgestecke und Weihnachtsdekorationen Seite an Seite.
Sommer und Winter, Licht und Dunkel, Farbenpracht und Grau, Sterben und Hoffnung. In keinem Monat wird mir deutlicher, dass wir „Im Dazwischen“ leben. Wir spüren etwas von all dem Guten, aber auch von der Vergänglichkeit der Zeit, in der wir leben. Sehnen uns nach einer Hoffnung, die unser Dasein auf Dauer gut und Vergängliches ewig macht. Mit dem Beginn der Adventszeit werden wir an diese Hoffnung erinnert. Gott hat uns eine Antwort auf die Frage nach dem Woher und Wohin gegeben: „Euch ist ein Retter geboren. Es ist Christus, der Herr.“ Noch mitten im Gemengsel unseres Novemberdaseins dürfen wir wissen, dass er diese Hoffnung ist.

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