
Fast elf Monate Bauzeit liegen hinter uns. Erneuert wurde praktisch alles: Unterbau, Gleise, Bahnübergänge, Schranken und Signalanlagen. Masten reihen sich jetzt entlang der Strecke: Unsere Bahnlinie wurde elektrifiziert. In absehbarer Zeit sollen nur noch elektrische Züge eingesetzt werden. Seit dieser Woche läuft der Testbetrieb. Ein Zug fährt langsam auf der Strecke hin und her. Funktionieren alle Signale? Gehen die Schranken runter. Und am wichtigsten: Fließt Strom und passen die Leitungen mit dem Abnehmer des Zuges zusammen? Die Strecke muss beweisen, dass sie für den Zugverkehr taugt. Schließlich soll alles klappen, wenn der Tag der Inbetriebnahme da ist. Der Start soll möglichst reibungslos und der Fahrplan eingehalten werden.
Wenn es um Zugverbindungen geht ist ein Testlauf eine wirklich gute Sache. Lässt hoffen, dass in Zukunft alles problemlos läuft. Zeigen sich noch Mängel oder Störfaktoren können diese im Vorfeld behoben werden. Dann kann es losgehen.
Im Glauben gibt es so etwas wie einen Testbetrieb nicht. Und das ist auch gut so. Glauben ist vom ersten Moment an Ernstfall. Für uns und für den Gott, an den wir glauben.
Ernstfall für ihn, weil er bereit war sich von Anfang an ganz auf den gemeinsamen Weg mit uns Menschen einzulassen. Er mit uns unterwegs ist und auch dann an unserer Seite bleibt, wenn es holprig wird. Uns voller Liebe die Hand reicht, ohne dass wir unsere Tauglichkeit beweisen müssen. Uns die Treue hält ohne vorherigen Nachweis reibungsloser Funktionsfähigkeit.
Ernstfall für uns, weil man nicht testweise glauben kann. Glauben bedeutet Gott tatsächlich zu begegnen. Seine Liebe zu erkennen und zu erwidern. Es ist ein Ja zu der Rettung, zu dem gemeinsamen Weg, den er uns anbietet. Ein Ja zu Jesus. Das kann nicht getestet, sondern nur erlebt werden. Ohne Angst – mit ihm sind wir sicher unterwegs. Gott sei Dank.
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