Gedankenschnipsel Kälteschutz

Es ist richtig kalt geworden. Alles ist steif gefroren und ein unangenehmer Wind pfeift durchs Tal. Draußen sein ist nur kurzzeitig eine Option. Lieber schnell wieder rein ins Warme.

Auch unsere mediterranen Kübelpflanzen habe ich ins Haus geholt oder gut eingewickelt. Dagegen kommen unsere heimischen Pflanzen problemlos mit der Kälte zurecht.  Eine vor Jahren in einen Topf gepflanzte Kastanie ist zu einem kleinen Bäumchen herangewachsen. Sie sorgt selbst für ihren Kälteschutz. Die Knospen für einen weiteren Wachstumsschub hat der Baum schon im Lauf des Sommers gebildet.  Gut eingepackt in eine ledrige Haut trotzen sie der Kälte. Aber es ist vor allem der in der Knospe eingelagerte Zucker, der wie ein Frostschutzmittel wirkt. Diese geballte Energie bringt sie durch die harte Zeit. Gebildet hat die Pflanze den Zucker bereits im Sommer zuvor. Konservierte Kraft aus angenehmen, aus sonnigen Tagen. Schlagen die neuen Blätter im Frühjahr aus, werden sie den Versorgungspart der Pflanze übernehmen. Ein Kreislauf.

Und nicht nur für die Pflanze selbst ist der Kälteschutz in den Knospen für ihr Überleben wichtig. Im Winter greifen Rehe und andere Wildtiere gerne auf die Knospen von Laubbäumen zurück, um über die Runden zu kommen. Was Förster verärgert ist für das Wild ein willkommener Energieriegel.

Wie sieht unser Energielager für die kalten und unangenehmen Tage aus? Haben wir Kraft und Zuversicht in unseren Seelen gesammelt in den frohen und hellen Zeiten unseres Lebens? Als alles warm und sonnig war. Haben wir all das Gute, das Aufbauende, die Freude, die Zusagen und die Güte unseres Gottes verinnerlicht und abgespeichert?  Damit wir auch den kalten Tagen trotzen können. Sie dank dieses Frostschutzes gut durchstehen zu können, um dann bereit zu sein für den nächsten Wachstumsschub?  Ist unser Vorrat groß genug, damit auch noch andere davon zehren können?