Gedankenschnipsel Spielstraßenstatement

„Danke an mich für die Idee und Ausführung. Du (ich) bin der Beste“. Dieses Statement ist mitten auf unserer Spielstraße zu lesen. Die Kinder haben eine Art Rennstrecke oder Parcours mit Kreide auf der Straße markiert. Haben Start und Ziel festgelegt und sind auf dem Asphalt rauf und runter gesaust. Haben sich mit Fahrzeugen oder im Sprint miteinander gemessen. An den ersten warmen Vorfrühlingstagen fröhlich Zeit im Spiel verbracht. Der Urheber dieser Idee war offensichtlich stolz auf seinen Einfall und verfügt über eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein. Das lässt mich lächeln. Hier ist jemand, der bereit ist etwas zu entwickeln und zu bewegen. Auch andere zu bewegen. Eine Leistung, die er mit kindlichem Horizont ein wenig großspurig deutet. Aber dennoch. Er hat etwas in Gang gesetzt. Sich und andere.

Die Sache hat allerdings zwei Seiten. Beide gehören zusammen. Die eine Seite ist, dass wir Menschen in der Lage und auch aufgefordert sind zu entwickeln, zu gestalten, andere mitzunehmen. Das ist gut, richtig und wichtig. Das gibt uns selbst Kraft, Stärke und das Bewusstsein von Wirksamkeit. Wir bewegen etwas für uns und andere. Die meisten würden es wohl nicht so ausdrücken „Ich bin der Beste“, aber es bestätigt uns.

Die andere Seite ist, dass wir nur sehr bedingt dafür verantwortlich sind. Weder haben wir unsere Intelligenz, unseren Ideenreichtum, unsere Kraft, noch sonstige uns zur Verfügung stehende Ressourcen selbst geschaffen. Das Kind hat die Kreide vermutlich nicht selbst gekauft, noch dafür gesorgt, dass die Spielstraße vorhanden ist. Es wurde ohne sein Zutun in seine Familie hineingeboren. Es schöpft aus diesen Ressourcen. Was der kindliche Autor verständlicherweise aufgrund seines Alters noch nicht in Erwägung gezogen hat haben auch Erwachsene manchmal nicht im Blick: Wir verwalten und verwirklichen, was uns geschenkt wird.

Wir alle wurden hineingeboren in eine Welt, die unser Schöpfer für uns bereithält. Der uns Leben, Kraft, Verstand und Inspiration gibt, die Welt zu gestalten. In Verantwortung vor ihm und voreinander. Bringen wir diese beiden Seiten zusammen wird uns klar, dass der Einzige, der diesen Satz auf der Spielstraße wirklich so sagen kann, Gott selbst ist. Er zeichnet verantwortlich für die Idee und die Durchführung: Für die Idee, uns Menschen in die liebende Gemeinschaft Gottes mit hinein zu nehmen. Für die Durchführung, weil er bereit war, sich selbst voll und ganz dafür einzusetzen. Mit seinem Leben. Damit wir auf der Spielstraße unseres Lebens unterwegs sein können und zum Ziel kommen.