Gedankenschnipsel Motivationsschreiben

Als Teil seiner Bewerbung für einen Ausbildungsplatz muss einer meiner Söhne ein Motivationsschreiben verfassen. Also ausführen welche fachlichen Kompetenzen er hat, was seine persönlichen Stärken sind und wie er sich mit dem potentiellen Arbeitgeber identifiziert. Gar nicht so einfach plötzlich geschmeidig formulieren zu müssen was man kann, will und sich erhofft. Plötzlich in Worte zu fassen was einem irgendwie schon bewusst, gefühlt vielleicht klar, aber konkret doch nicht so einfach zu sagen ist. Dazu kommt, dass wir wenig Erfahrung mit sowas haben. Schließlich bewirbt man sich ja nicht ständig. Hilfreich ist es aber allemal, denn ein Motivationsschreiben schafft Klarheit und hält Wesentliches schwarz auf weiß fest. Nicht nur für den neuen Arbeitgeber, sondern vor allem für sich selbst.

Und plötzlich habe ich mich gefragt, wie wohl ein Motivationsscheiben für den Himmel aussehen würde. Vermutlich ein bisschen weniger förmlich als bei einer Bewerbung, also vielleicht eher so:

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Vater, Sohn und Heiliger Geist,

ich bin eigentlich ein ganz netter Kerl. Stets bemüht die Sache mit dem Leben irgendwie hinzukriegen. Die Menschen um mich herum sind mir nicht unwichtig. Ich bin hilfsbereit und freundlich, zumindest meistens und vor allem zu den Leuten, die mich auch mögen. Familie ist mir wichtig. Überwiegend bin ich verlässlich. Und auch unsere Erde ist mir nicht egal, zumindest im Kopf und immer öfter auch praktisch. Aber das scheint alles nicht so wichtig zu sein. Es hat mich ein bisschen beruhigt, dass in ihrer Stellenausschreibung keine besonderen Fähigkeiten gefordert waren, sondern nur von Bereitschaft gesprochen wurde. Die bringe ich mit. Schon seit einiger Zeit ist mir bewusst geworden, dass ich mich entscheiden muss, wenn ich mich bei Ihrer Organisation bewerbe. Die Sache mit dem Glauben sollte geklärt sein. Ich verstehe zwar noch nicht alles so richtig, aber dass der Glaube an Jesus das entscheidende Eingangskriterium ist habe ich verstanden und angenommen. Vermutlich haben Sie davon schon erfahren.

Ich möchte Teil des Himmels sein, weil es keine andere vergleichbare Organisation gibt. Wobei es das nicht richtig trifft. Ich möchte Teil Ihrer Familie werden. Ich glaube nur hier kann ich wirklich richtig und für immer zu Hause sein. Was ich besonders schätze ist der liebevolle und wertschätzende Umgang, der bei Ihnen herrscht. Einer für alle und alle füreinander. Ein Chef, der immer ein offenes Ohr hat. Der die Nähe zu seinen Betriebsangehörigen sucht. Immer für alle da ist. Es begeistert mich hier mein Leben lang lernen zu können. Flache Hierarchien und ein umfassendes Coachingangebot inklusive. Für die persönliche Anleitung in den Praxisphasen sind Sie weltweit bekannt. Vor allem spricht mich ihr ganzheitliches Konzept an. Mitarbeiter, oder sollte ich lieber sagen Familienmitglieder, werden nicht alleingelassen, wenn es hart oder schwierig wird. Auch die Kultur, dass Fehler nicht das Ende der Welt bedeuten, spricht mich an. Und es wird gefeiert was das Zeug hält. Regelmäßig und auch sonst zu jeder passenden Gelegenheit. Bei Ihnen ist es einfach unvergleichlich gut.

Vielen Dank für Ihre Zusage.

Mit freundlichen Grüßen

Was würde in deinem Motivationsschreiben stehen?