Augenblick Pfingstgucker

Am ersten Pfingsten wurde der Heilige Geist ausgegossen. Das hatte Jesus so angekündigt. Auf Männer und Frauen, die Jesus nachfolgten und sich in der Erwartung dessen in Jerusalem versammelt hatten. Was wir lesen klingt spektakulär: Ein Rauschen vom Himmel wie ein Sturm. Das Haus voller Brausen. Flammenzungen, die sich verteilen und auf den Anwesenden niederlassen. Ein Geist, der die Menschen erfüllt. Menschen, die in anderen Sprachen sprechen ohne sie zuvor gelernt zu haben. Zuhörer, die plötzlich ihren eigenen Dialekt hören. Ziemliche Fassungslosigkeit bei denen, die Zeuge dieses Ereignisses wurden.

Der Heilige Geist bleibt für uns eine Herausforderung. Zum einen weil er für uns die am wenigsten greifbare Person der Dreieinigkeit ist. Zum anderen, weil wir sein Wirken als spektakulär empfinden und dort hängen bleiben. Hängen bleiben in dem, was wir als übernatürlich empfinden. Nur allzu leicht geben wir unserem Staunen einen zu hohen Stellenwert.

Warum mir das wichtig wurde? Im Bericht über Pfingsten wundern sich die Zuhörer gewaltig, was da alles passiert. Ganz großes Kino. Der entscheidende Satz aber steht ein wenig unscheinbar da: „Und wir alle (die Besucher des Pfingstfestes in Jerusalem) hören sie in unseren eigenen Sprachen von den wunderbaren Dingen reden, die Gott getan hat.“ Darum geht’s. Nicht um die Show, sondern um die Taten Gottes. Gott stellt sich vor und spricht die Menschen direkt an. Das trifft sie in Herz.

Der Heilige Geist öffnet unsere Augen dafür, wer Gott ist und was er Gutes mit uns im Sinn hat. Er überführt uns und weist auf Jesus hin. Die ultimative Tat Gottes, um uns zu retten. Wenn sich Menschen dann diesem Gott zuwenden, dann ist das etwas ungleich Spektakuläreres als ein bisschen göttliche Pyrotechnik. Sie soll uns nur auf das wirklich Wichtige hinweisen. Darauf sollten wir unser Augenmerk richten.

(Nachzulesen in Apostelgeschichte 2 und Johannes 16, 5-15)