„Blumen zum Selbstschneiden“ steht auf dem Schild. Eine Preisliste, eine Kasse und ein paar bereitliegende Küchenmesser vervollständigen den Selbstbedienungsstand am Blumenfeld. Täglich fahre ich auf dem Arbeitsweg daran vorbei. Im Frühjahr leuchtete ein buntes Tulpenmeer, dann dufteten die üppigen Blüten der Pfingstrosen und jetzt gehen gerade die Lilien auf. Ein prächtiger Anblick. Geradezu königlich. Naja, fast. Denn selbst einer der größten Könige war nicht so prächtig gekleidet wie die Lilien. Zumindest erwähnt das Jesus am Ende seiner Grundsatzrede an seine zukünftigen Nachfolger. Macht euch nicht so viele Sorgen um das, was ihr braucht. Sorgt euch lieber um das was ihr seid: Gottes geliebte Kinder. Macht euch bewusst, dass ihr es mit einem Vater im Himmel zu tun habt, der weiß was ihr braucht – ganz grundsätzlich und ganz alltäglich. Und euch mit allem versorgen kann und will. Vor allem mit dem was nicht in eurer Macht steht – mit Leben.
Aber er weiß auch um die alltäglichen Dinge die ihr braucht. Und er gibt sie euch gerne. Denn dazu gehören durchaus auch Verstand, Arbeitskraft und Ideenreichtum. Deshalb heißt es nicht, dass ihr euch um nichts kümmern sollt. Es geht um die richtige Reihenfolge. Schauen wir zuerst auf unsere Sorge, also wie wir unsere Angelegenheiten ohne ihn regeln können, dann bringt uns das von ihm weg. Vor lauter um uns selbst sorgen gerät er aus unserem Blickfeld. Wenn wir uns aber zuerst um unsere Beziehung mit Gott kümmern, dann können wir jeden Tag, mit all dem was zu tun ist, vertrauensvoll angehen. Dann wird uns unsere Sorge näher zu ihm bringen, egal was uns gerade beschäftigt oder Not tut.
Wenn ihr also unterwegs seid diesen Sommer und an Lilien oder anderen schönen Blumen vorbei kommt, dann könnt ihr Gottes Reden hören. Er sagt: Sorgt euch nicht unnötig. Kommt auf mich zu. Ich weiß was ihr braucht.

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