Mal wieder Zeit den Schrank durch zu stöbern. Ziehe ich das wirklich nochmal an? In manche meiner Kleidungsstücke schlüpfe ich probehalber nochmals hinein und merke: Ne, das passt nicht mehr. Zu groß oder – das kommt häufiger vor- zu klein. Oder: Passt nicht mehr so in meine Lebenssituation. Hm, die Farbe steht mir doch nicht so gut. Vereinzelt auch: Dieses Teil zu kaufen war eine echte Fehlentscheidung. Sah im Laden viel besser aus und hängt seither nur bei mir im Schrank. Also weg damit.
Aber natürlich gibt es auch die Kleider, die ich gern und häufig anziehe. Bei denen sich die Frage gar nicht stellt, ob sie in meinen Schrank gehören: Basics und Lieblingsstücke, die immer in meinem Schrank hängen dürfen und sollen. Ohne die ich mir meine Garderobe gar nicht vorstellen kann. Die zu meinem täglichen Outfit gehören und in denen ich mich immer wohlfühle. Die, zu denen meine restlichen Kleider passen müssen.
Das Aussortierte landet im Kleidersack. Ein letzter dankbarer Blick, bevor ich die Schnüre verknote. Dankbar, die Kleidungstücke gehabt zu haben. Gut versorgt zu sein. Dankbar, manche – eine Zeitlang – gerne getragen zu haben. Dankbar, entdeckt zu haben, was nicht zu mir passt. Dankbar, wieder ein bisschen mehr Platz für Neues zu haben. Aber auch dankbar zu wissen, was für mich in meinem Kleiderschrank unverzichtbar ist.
Ab und zu räume ich auch meinen Glaubenskleiderschrank aus. Merke, dass manche Gedanken, die ich gedacht habe, mittlerweile nicht mehr richtig passen. Zu klein geworden sind, weil sich mein Blick mit den Jahren geweitet hat. Gott mich durch sein Wort mehr und tiefer gelehrt hat, wer er ist. Was er denkt. Was wichtig ist. Merke, dass mir manche meiner Gedanken zu groß geworden sind. Doch zu weit vom Wesentlichen entfernt. Und ich mich wieder neu fokussiert habe auf das Entscheidende, auf das alles zuläuft: Jesus selbst. Dankbar sortiere ich aus. All das hat mich weiter gebracht, hat zu meinem Weg bisher gehört. Ich habe daraus gelernt – aber jetzt ist es Zeit, mal wieder auszusortieren und mich davon zu verabschieden. Platz für Neues zu schaffen. Und dankbar schaue ich auf die Basics, die den sicheren Grund meines Glaubens bilden und die sich mit dem decken, was Christen weltweit im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen. Das ziehe ich gerne an. Jeden Tag. Alles andere muss dazu passen.

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.