Gedankenschnipsel Außergewöhnlich regelmäßig

Mein Arbeitgeber hat mir die Teilnahme an einem Gedächtnistraining als berufliche Fortbildung ermöglicht. Einen Tag lang wurden verschiedene Wege vorgestellt und trainiert, wie man seinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen kann. Weg Nummer 5, genannt Denkalternativen, hatte einige spannende Überraschungen im Gepäck. Meine Skepsis – kann das wirklich so funktionieren – verwandelte sich im Selbsttest schnell in Begeisterung. Es funktioniert tatsächlich: ein paar coole Strategien und schwupps sind Kopfrechnen, Vokabeln, Zahlen oder Namen merken kein großes Problem mehr. Einiges werde ich unbedingt in meinen Alltag einbauen. Aber wie so oft ist das nur ein Teil des Bildes. Denn die ersten vier Wege bilden mit dem fünften ein Gesamtes. Und diese vier lesen sich sehr viel unspektakulärer, sind aber nicht weniger effektiv und wichtig. Aus ihnen heraus entfalten die Denkalternativen erst ihre Schlagkraft. Wie sie heißen? 1. Ausreichend schlafen 2. Organisation durch Lernpläne 3.gesunde Ernährung 4.regelmäßige Bewegung.

 Überrascht? Vermutlich nicht. Nichts, was man nicht schon wusste. Trotzdem ist es entscheidend. Denn: Im Großen und Ganzen geht es dabei um Selbstorganisation. Um Regelmäßigkeit, die uns und damit unserem Gehirn als Gedächtnisspeicher gut tut. Gedächtnissportler, die sich über 70.000 Zahlen in der richtigen Reihenfolge merken können, verfügen nicht über einen außergewöhnlichen Intellekt, sondern sowohl über gute Strategien als auch über eine bewusste Selbstorganisation. Das für uns Außergewöhnliche gründet sich in vertrauten Basics.

Tja, und da klingelt es mal wieder bei mir. Die gleiche Erfahrung kann man beim Bibellesen machen. Tut man sich schwer damit liegt es in der Regel nicht am Intellekt. Meistens liegt es an so banalen Sachen wie: Ich bin zu müde. Mein Tag ist zu voll oder zu chaotisch. Hab heute Mittag nur schnell was zwischendurch gegessen. Mein Kopf ist matschig nach einem Tag drinnen. Oder was uns individuell sonst noch so beschäftigt hält. Und dann wundern wir uns, dass uns oftmals kein Feuerwerk an Reden Gottes erhellt, wenn wir die Bibel in die Hand nehmen. Ausnahmen sind Gnade :-), weil es Gott einfach nicht lassen kann mit uns zu reden, auch wenn wir gerade schwer von Begriff sind.

Ausgeschlafen und täglich zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Verabredung mit Gottes Wort zu haben wäre doch schon mal ein guter Anfang. Eine kurze Runde um den Block und ein bisschen gesünder essen könnte auch machbar sein. Strategien sind dann nur noch das Tüpfelchen auf dem i. Das Außergewöhnliche entsteht auch hier vor allem aus dem Regelmäßigen. Probiert`s aus – funktioniert tatsächlich!

Okay – das mit dem gesund essen ist bei mir eindeutig noch ausbaufähig. Welcher Punkt ist es bei dir?