
„Man glaubt es nicht, wenn man hier rausguckt“, schrieb mir eine Freundin, die meinen Handystatus gesehen hatte. Und da hatte sie wirklich Recht. Obwohl es bei uns im Südwesten im Spätherbst häufig Inversionswetter gibt, ist es immer wieder fast wie ein Wunder. Unten im Tal neblig trüb – feuchtkalte und düstere Tage, an denen man ungern einen Fuß in das Grau vor die Tür setzt. Oben auf den Bergen jedoch – blauer Himmel, angenehme Temperaturen und leuchtende Sonne. Der Gegensatz könnte nicht größer sein.
Dabei ist es nicht so, dass wir das nicht wissen. Wie gesagt, wir kennen diese Wetterlage. Wissen darum, dass die Sonne trotzdem scheint. Und dass der Nebel nur ein Teil des Bildes ist. Wir wissen das. Nur vergessen wir es viel zu leicht, wenn wir ein paar Tage lang im Nebel sitzen.
Genauso wie wir nur allzu leicht glauben, dass Gott abwesend ist, wenn unserem Leben das Strahlen abhandengekommen ist. Wenn wir durch herausfordernde Zeiten gehen und uns die Umstände niederzudrücken scheinen. Wir nur Grau in Grau sehen. Dann, genau dann, dürfen wir uns daran erinnern lassen, dass wir nur einen Teil des Bildes sehen. Brauchen wir Freunde, die uns die Sicherheit geben, dass Gott wirklich da ist. Dass es dieses leuchtende Ja des liebenden Gottes immer noch gibt. Die uns eine Art himmlischen Inversionsstatus zukommen lassen. Damit wir es wieder selbst sehen und glauben können.
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