Ankommen

Advent heißt Ankunft. Es kommt jemand an. Also, er kommt an. „Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür“. So schlägt es uns ein bekannter Reim vor, der Kindern die Wartezeit auf das Weihnachtsfest verkürzen soll. Und das stimmt ja auch, wenn man für die Zeitrechnung von den an den Sonntagen entzündeten Kerzen auf dem Kranz ausgeht.

Man könnte den Reim allerdings auch so sagen: „Erst eins, dann zwei und dann die drei – bist du dabei?“

Denn das mit dem Ankommen ist so eine Sache. Ankommen bedeutet schließlich ja immer auch, dass derjenige bei jemand ankommt. Auch wenn das Ankommen, von dem wir in der Weihnachtsgeschichte lesen, an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit stattfand, so ist der entscheidende Moment doch der, dass das Christkind – Jesus – als Gott und Mensch zugleich bei uns Menschen ankommt. Er kommt nicht einfach nur an. Er kommt bei uns an – kommt zu uns.

Gott kommt zu uns. Gott wird Mensch. Gott mit uns. Ein einzigartiger Moment in der Geschichte der Menschheit. Nicht nur unsere Zeitrechnung, sondern auch Gottes guter Plan für uns Menschen läuft durch die Geschichte auf diesen Moment zu. Gott kommt auf diese Welt, um wiederherzustellen, was verloren ging: Die tiefe, einzigartige und alles umfassende Beziehung von Gott und Mensch. Weihnachten feiern wir dieses Ankommen. Hier beginnt Gottes Geschichte für diese Welt noch einmal neu. Gott kommt uns nah. Er macht uns froh. Wirklich froh. Eine einzige Freude, eine einzige hell erleuchtete Freude, das ist dieses Ankommen. Das ist „Erst eins.“

„Dann zwei“. Die zwei, weil es eine zweite Ankunft gibt, auf die es zu warten gilt. Sehnsüchtig gewartet wird. Auf den Tag, an dem die Welt vollkommen neu werden wird. An dem sich vollendet, was an Weihnachten begann und an Ostern am Kreuz möglich gemacht wurde. Eine Ankunft, die vollständig macht, was schon immer Gottes Ziel für uns Menschen war: Leben in Ewigkeit in geheilten Beziehungen. Gott nahe sein zu können, von Angesicht zu Angesicht. Einander als Menschen nahe sein zu können ohne Verletzungsgefahr, ohne Angst. Frieden auf Erden, zwischen Gott und allem was er schuf: Mensch, Tier und Natur.

Was ist denn dann die drei? Hab ich irgendwas verpasst in der Bibel, in der Geschichte, fragst du dich vielleicht. Ist Gott noch irgendwie, irgendwo angekommen, ohne dass mir das bisher klar war? Aber weißt du was: jetzt geht’s gar nicht um Gott, der ankommt. Jetzt geht um dich, um mich, die ankommen. Erinnerst du dich? Gott kommt nicht einfach nur so in unserer Welt an. Er kommt zu uns an. Zu dir und mir. Die Frage ist also, kommen wir auch bei ihm an? Lassen wir uns einladen von diesem gnädigen und freundlichen Gott? Ziehen wir in Betracht, ihn kennenzulernen? Uns mit ihm auf den Weg zu machen? Ihm nachzufolgen, diesem Jesus, weil wir in ihm erkannt haben, dass er unser Lebensretter und Lebensgestalter sein will. Sind wir bereit, unser Leben mit und für ihn zu leben, weil wir von seiner Liebe überwältigt sind? Weil wir entdeckt haben, dass zu ihm zu gehören das Beste für uns ist. Und auch für alle, die mit uns zu tun haben. Wollen wir bei Jesus ankommen?

Jesus kommt an – das ist sicher. Bist du auch schon angekommen?

„Erst eins, dann zwei und dann die drei – bist du dabei?

(Nachzulesen u.a. in Lukas 2)