In einer Nachbargemeinde gibt es seit Jahren im Dezember einen Engelweg. Folgt man den Wegweisern umrundet man dabei einmal den Ort. In regelmäßigen Abständen trifft man auf Engelgruppen oder Krippenszenen. Beide sind jeweils den örtlichen Begebenheiten angepasst und künstlerisch liebevoll gestaltet. Schon schön also. Es finden sich viele, viele Engel aus Holz – geschnitzt oder gesägt, bemalt oder naturbelassen. Dazu einige Engel aus Metall, ein paar aus Rebenzweigen sowie kleine Versionen aus laminiertem Papier am Weihnachtsbaum hängend. Abends ist das Ganze beleuchtet und lädt zu einer weihnachtlichen Runde im Lichterglanz ein – eine hübsche Aussicht auf den Ort inklusive. Der Weg wird gut angenommen. Meist sind mehr Menschen unterwegs als es einem als Spaziergänger lieb ist.
An jeder Station gibt es eine Tafel mit Hinweisen und Sprüchen zu den Engeln. Und ehrlich gesagt, nach der Runde taten mir die Engel wirklich leid. Für was sie alles zuständig sein sollen: Für Glück, Freundschaft, Liebe, gute Gedanken, gemeinsame Flugstunden, die Himmelrichtungen und was nicht noch alles. Würde das alles stimmen wäre so ein Engelleben ziemlich stressig. Aber was machen Engel eigentlich wirklich in der Weihnachtsgeschichte?
Tatsächlich sind die Engel Boten Gottes. In der Weihnachtsgeschichte treten sie an ganz entscheidenden Punkten in Erscheinung. Sie verkünden Zacharias, Maria, Josef und den Hirten die Geburt des Heilandes. Sie überbringen ihnen die gute Botschaft, dass der Retter der Menschheit, Jesus, geboren wird. Sie teilen mit, wie und warum diese Rettung geschehen wird und auch wo dieser Jesus zu finden ist. Gott kommt zu euch – das ist die gute Nachricht, die sie überbringen.
Offensichtlich sind Engel recht beeindruckende Boten. Durch die Bank weg sind die Angesprochenen zutiefst erschrocken. „Fürchte dich nicht“, ist der Satz, der immer ziemlich am Anfang der Kommunikation steht. Noch dazu können sie zwischen unserer Wirklichkeit und der Wirklichkeit Gottes hin und her switchen. Wer ihnen begegnet kapiert schnell, dass es eine Realität gibt, die unsere übersteigt. Kapiert, dass hier der Gott am Werk ist, dem alles möglich ist.
Und genau da entdecken wir den Unterschied: Auf dem Engelweg bleibt der Blick bei den Engeln hängen. Bei der puren Faszination an einem Wesen, dass nicht von dieser Welt zu sein scheint. Und dem man deshalb alles Mögliche andichtet, was hilfreich sein könnte. In das man hinein projiziert was man selbst für gut hält. Tatsächlich ist ihr Auftrag aber unseren Blick auf Gott und sein Handeln zu lenken. Auf den Gott, der Himmel und Erde geschaffen und zu einem guten Ende bringt.
Deshalb sollten wir nicht auf die Engel sehen, sondern viel mehr auf ihre Botschaft hören: „Hört doch“, sagt der Engel zu den Hirten, „Ich bringe euch eine gute Nachricht, die dem ganzen Volk große Freude bereiten wird. Denn heute ist in der Stadt Davids für euch der Retter geboren worden: Es ist Christus, der Herr.“
Darum geht’s: Jesus wurde geboren. Für uns. Hört ihr.

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