Dankbar miteinander

Einige meiner Freunde kenne ich schon richtig lange. Zwanzig, dreißig oder mehr Jahre ist es her, dass wir uns über den Weg liefen. Irgendwo – im Studium, auf der Arbeit, in der Kirchengemeinde, im Wohnort – kreuzten sich unsere Wege. Und seit dort sind wir gemeinsam unterwegs. Unsere Leben haben sich immer wieder verändert, aber die Freundschaften hatten Bestand. Leben wurde und wird geteilt. Kinder gemeinsam großgezogen. Wir freuen uns füreinander und leiden miteinander. Suchen den Rat des anderen, wenn wir nicht mehr weiter wissen. Haben ein Plätzchen, um Freude und Begeisterung zu teilen ebenso wie Ärger oder Frust loszuwerden. Wir ermutigen uns. Stemmen gemeinsam Projekte. Wir helfen uns – nicht nur, aber ganz sicher in der Not. Gelegentlich treten wir uns aber auch ans Schienbein. Wir dürfen einander sagen, wenn wir schief liegen. Wir meinen es gut miteinander. So gut, dass wir uns nicht in eine ungute Richtung rennen lassen wollen.

Ich bin dankbar für unser Miteinander. Sie gehören zu mir und ich zu ihnen. Was für ein Glück. Wir sind nicht verwandt, aber gefühlt irgendwie doch. Nicht nur, aber gerade bei unseren alten – guten – Freunden spüren wir etwas davon: dass in Gottes Augen dem menschlichen Miteinander der Gedanke einer Familie zugrunde liegt. Das schließt auch ein, dass wie in jeder Familie immer mal wieder jemand dazu kommt. Gott sei Dank.