Dankbar doppelernten

Dankbar doppelernten

Seit über dreißig Jahren teilen wir unseren Wohnraum mit einem Mandarinenbäumchen. Als handliches Pflänzchen bei uns eingezogen ist aus ihr mittlerweile ein stattliches Gewächs geworden. Im Sommer bekommt sie den sonnigsten Platz auf dem Balkon. Den Winter verbringt sie gut geschützt hinter Glas. Im März, kurz bevor sie wieder ins frostfreie Draußen entlassen werden kann, ist Erntezeit. Kleine, feine Mandarinen können gepflückt und zu Marmelade verarbeitet werden. Für ein paar Gläser reicht es in der Regel. Fünf sind es dieses Jahr. Lecker und voll Bio. Mandarinenmarmelade aus Süddeutschland, das ist doch was. Aber es ist nicht nur der süße Brotaufstrich, über den ich mich freue. Gleichzeitig ernten wir auch viele Mandarinenkerne. Neue Mandarinenbäume werden daraus wachsen.

Wir ernten also im doppelten Sinn: Frucht und Kerne. Das eine tut uns gut und das andere lässt Neues entstehen. Wenn du jetzt denkst: Das ist doch bei Früchten immer so – dann hast du ganz recht. Beides liegt im Wesen von Früchten. Auch in denen, die uns in der Bibel als Früchte des Geistes begegnen. Diese Früchte heißen Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Sie wachsen überall da, wo Menschen in Verbindung mit Jesus leben. Sie tun gut – dem, bei dem sie wachsen ebenso wie denen, die darum herum sind. Und sie ermöglichen neues Leben. Denn Menschen, die uns liebevoll, fröhlich, friedliebend, geduldig, freundlich, gütig, treu, sanftmütig und selbstbeherrscht begegnen, berühren etwas in uns. Sie lösen den Wunsch aus den kennen zu lernen, der das möglich macht. So entsteht neues Leben.

„Wer in mir bleibt und ich ihn ihm, der bringt viel Frucht“, sagt Jesus. Wir dürfen dankbar doppelernten.