Zwischen – von der Arbeit zurück und vor dem Mittagessen – drehen unser Hund Amy und ich immer die gleiche kurze Runde um den Block. Das bedeutet in unserem Fall: Am Fluss entlang und zwei Straßen weiter dann wieder Richtung Zuhause einbiegen. An dieser Strecke stehen viele Sitzbänke – badisch Bänkle genannt – die mittags gut besetzt sind. Auf einem dieser Bänkle sitzt ein älteres Paar, naja, er sitzt, sie steht und lehnt sich an der Lehne an. Als ich näher komme wendet sie sich mir zu. „Ah“, denke ich, „Touristen, die was fragen wollen.“ Das passiert mir öfter – Menschen mit Hund werden offensichtlich per se als ortsansässig und ortskundig eingestuft.
Aber ganz falsch: Die Dame streckt mir eine Rose entgegen: „Möchten Sie eine Blume? Sie kostet nichts!“ „Klar, sag ich“. Blumen finde ich immer gut, warum also nicht. Sie überreicht mir die Rose. An den Stiel ist ein kleiner Zettel angeknotet. Okay, ich hatte es schon vermutet. Hier ist wohl irgendeine Aktion im Gang: „Bestimmt irgendwas mit Cittaslow, Bio oder Rettet die Bienen“ denke ich. Aber auf dem Zettel steht: Ich habe Leben im Überfluss für dich! Innerlich grinse ich schon ein bisschen. Die Frau fragt: „Können sie damit was anfangen?“ „Klar“, sage ich wieder und mein innerliches Grinsen verstärkt sich. „Können Sie sich vorstellen, dass Gott damit etwas über Jesus zu ihnen sagen will?“ fragt sie weiter. „Ja, klar“, sage ich, „ich folge Jesus nach!“ Und dann müssen wir alle drei laut rauslachen.
Lächelnd laufe ich die Runde zu Ende. Wie schön, wenn Gottes Reden einfach mitten im Alltag auftaucht. Denn wo Menschen Gottes gute Nachricht ansprechen wird auch ein Bänkle zur Kirche mitten im Leben.

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