Morgenschattendankbar

Im Juni sind die Tage immer am längsten. Klar steht das auch im Kalender. Aber ich kann es auch daran ablesen, dass ich auf meiner morgendlichen Hunderunde plötzlich einen Schatten werfe. Auch wenn ich schon richtig früh unterwegs bin: Nur an diesen Tagen hat es die Sonne schon über die Berge geschafft. Ich liebe sie, diese langen hellen Tage. Irgendwie lebe ich intensiver. Starte fröhlicher in den Tag und habe am Abend mehr Energie. Und am liebsten will ich sie festhalten, diese Zeiten. Die Helligkeit voll auskosten. Meinen Schatten sehen, jeden Morgen. Nicht wahrhaben wollen, dass es jetzt wieder Tag für Tag ein bisschen weniger lange hell ist.

Deshalb bin ich dankbar zu wissen, dass die Morgenschattenzeit immer wieder kommen wird. Denn solange diese Erde besteht bleibt auch der Wechsel von Sommer und Winter, Frost und Hitze, Saat und Ernte und Tag und Nacht bestehen. Sie kommt wieder, die Morgenschattenzeit. Immer wieder. Darauf kann ich mich verlassen.

Und dann, am Ende der Zeiten, gibt es diesen einen neuen, nie endenden Morgen. Wenn alles neu ist und das Licht von dem einen ausgeht, der mitten unter den Menschen wohnt. Dann, ja dann, wird es nur noch Licht geben und die Dunkelheit eine ferne Erinnerung sein. Und alle werden Morgenschatten werfen, weil Jesus selbst unser Licht ist.