Eigentlich hatten wir uns auf einen ruhigen Urlaubstag eingestellt. Nach Tagen voller Sonnenschein sollte es ab morgens regnen. Eigentlich wollten wir deshalb zuhause bleiben. Aber nun wird die Vorhersage zunehmend zuversichtlicher. Also doch Zeit, um noch was zu entdecken. Tatsächlich fällt uns nach fast zwei Wochen Albunternehmungen nicht so recht ein was. Eigentlich fällt unsere Wahl nur deshalb auf Trochtelfingen, weil wir dort bisher nicht waren. Weit weg ist es auch nicht. Selbst für Albverhältnisse nicht unbedingt das, was man einen touristischen Hotspot nennt – dort soll es eigentlich nur ein paar Fachwerkhäuser geben.
Und dann sind wir da. Der Himmel zeigt sich zunehmend blauer. Der Ort, wie erwartet, überschaubar fachwerkschnuckelig. Mittendrin allerdings eine Bäckerei mit Café. Tische und Stühle unter einer Markise an der Hauptstraße. Gut besetzt – vor den Gästen steht liebevoll dekoriertes und reichliches Frühstück. Und plötzlich wird aus dem Eigentlich genau der Ort, an dem wir sein wollen. Von so einem Frühstück hatten wir letzte Woche geträumt, konnten es bisher aber mangels Angebot in der uns bekannten Umgebung nicht realisieren. Und dann steht es plötzlich auch vor uns. Wir genießen mit Herz und Mund – ein unverhofftes Geschenk, das wir hier eigentlich nicht erwartet hätten.
Manchmal geht es mir beim Bibellesen genauso. Ich liebe es in der Bibel zu lesen und Gottes Reden zu hören. Ich freue mich darauf Neues zu entdecken. Aber es gibt auch die Tage, an denen ich eigentlich keine Erwartungen an den Text habe. Weil er mir unbekannt erscheint oder wenig attraktiv. Ich eigentlich müde bin oder keine Lust zum Lesen habe und nur aus Gewohnheit die Bibel aufschlage. Eigentlich nur den nächstnaheliegenden Text lese. Und dann geht mir beim Lesen plötzlich ein Licht auf. Entdecke ich eine neue Faser im roten Faden der Story Gottes. Fühle mich persönlich angesprochen. Bin plötzlich mitten drin und finde Nahrung für Herz und Seele. Merke, dass Gott mich beschenkt und versorgt, mit dem was ich brauche. Und ich eigentlich genau da bin, wo ich sein soll. Geht dir das eigentlich manchmal auch so?

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