Natürlich liegt es an den Gegebenheiten. Bei uns am Fuß des Schwarzwaldes sind es die Waldwegrunden in den Vorbergen, einfach direkt vor unserer Haustür. Bei anderen sind es Feldwege, Uferwege oder was auch immer. Denn es geht nicht in erster Linie um den Weg – er ist nur ein Hilfsmittel – sondern um die Stille. Wenn wir Gott reden hören wollen, dann müssen wir still werden. Den Kopf frei kriegen. Gar nicht so einfach. Und wenn wir es tatsächlich hinkriegen die alltäglichen Gedanken abzuschütteln und uns auf Gott auszurichten: Ist das, was wir dann hören, auch sein Reden? Wird es nicht viel zu leicht überlagert durch unser eigenes Hoffen, Wünschen und Überzeugt sein? Es bleibt tatsächlich ein Spagat und ein Übungsfeld.
Aber Gott gibt uns auch hier mit der Bibel sein Wort mit auf den Weg. Nicht nur, dass wir, je mehr wir uns mit ihr beschäftigen, sein Wesen besser kennen und einschätzen lernen. Nicht nur, dass wir das Gehörte an ihr überprüfen können und sollen. Sondern der Heilige Geist weckt in uns auf solchen stillen Wegen auch das, was wir irgendwann zuvor in seinem Wort gelesen haben. Was Gott schon in uns hineingelegt, ja, schon hineingeredet hat. Wir werden erinnert an Verse oder Texte. Oft auch solche, die wir gar nicht mehr auf dem Schirm hatten. Plötzlich sind sie im Kopf, werden wichtig, beschäftigen oder treffen uns. Sind jetzt aktuelles Wort für uns heute. Gott redet – auch so.
Und im Umkehrschluss: Wenn uns ein Text das nächste Mal beim Bibellesen nicht direkt anspricht, sollten wir seinen Wert keinesfalls unterschätzen. Vielleicht ist er einfach für anderes Mal – dann, wenn wir ihn hören müssen – und Gott ihn in uns aufweckt und uns in der Stille zuspricht.

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.