Unterwegs zur Arbeit führt der Radweg für ein kurzes Stück an einem Bach entlang. Recht bald biegt er an einem kleinen Wehr Richtung Wald ab. Es ist schon einigermaßen hell als ich morgens unterwegs bin, aber die Wolken machen den Tag doch noch ein wenig düster. Ich passiere die Stelle mit dem Wehr und nehme aus dem Augenwinkel ein Licht im Bach wahr. Ein Licht im Bach? Quatsch – was soll denn da leuchten. Erst radle ich weiter, aber es lässt mir doch keine Ruhe und ich drehe um. Vielleicht liegt da ein Fahrrad im Bach und ich habe den Reflektor aufleuchten sehen? Könnte jemand in Not sein? Ich stelle mein Rad ab und laufe über die Wiese zum Ufer. Und dann steht da, auf einem Stein im Wehr, ein brennendes Grablicht. Schon fast halb heruntergebrannt. Es steht da also wohl schon eine Weile. Ich scanne die Umgebung, aber sonst ist nichts zu sehen. Auch gut – niemand in Not offensichtlich. Also radle ich meines Wegs. Aber die ungewöhnliche Situation beschäftigt mich noch. In der Frühstückspause berichte ich meinen Kolleginnen und wir überlegen verschiedene – vielleicht denkbare Erklärungen. Aber es bleibt letztendlich ein Rätsel.
Was mir aber bleibt ist die Einsicht, dass ein Licht gesehen wird. Es fällt auf und wir reagieren darauf. Selbst oder gerade an ungewohnten Orten. Licht hat Signalwirkung. Es zieht uns an. Und ich kann wieder ein bisschen mehr nachfühlen was es bedeutet, wenn Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt und die, die zu mir gehören, die sind es auch“.

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