Mitten im Auwald, nicht weit von unserem Wohnort entfernt, liegt ein kleiner Waldsee. Neulich war er mal wieder Ziel unserer Hunderunde. Noch sind die Bäume vorfrühlingshaft kahl und weder die weißen Blüten der Anemonen noch die hellgrünen Bärlauchblätter lassen sich bislang auf dem Waldboden blicken. Aber die Sonne scheint freundlich zwischen den Wolken hindurch und es ist samstagsnachmittagsfriedlich. Niemand da am See außer uns. Fast still liegt die Wasseroberfläche da. In ihr spiegeln sich der Wald, der Himmel und eine Bank am gegenüberliegenden Ufer. Richtig schön. Amy, die ihren Durst im See löscht, löst ein paar kleine Wellen aus, ebenso wie ein Entenpärchen auf der anderen Seeseite. Das Spiegelbild wird dadurch ein bisschen undeutlicher. Nur dort, wo das Wasser ganz still liegt, kann man es richtig klar erkennen.
„Je stiller das Wasser, desto besser das Bild“, denke ich, während ich über den See schaue. Und ich merke, wie sich dieser Satz in meinen Kopf und mein Herz schleicht. Ist das im Glauben nicht auch so? Ja, stimmt: Je mehr wir uns Zeit nehmen für Stille vor Gott, umso klarer spiegelt sich sein Bild in uns.

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