In den nächsten Tagen werden wir endlich mal wieder nach Hamburg reisen. Die Vorbereitungen laufen. Unsere Vorfreude steigt. Hamburg hat einen Platz in unserem Herzen. Nicht nur, weil wir diese Stadt schön finden. Sondern auch, weil sie Teil unserer Familiengeschichte ist. Meine Schwiegermutter war Hamburgerin. Auch wenn sie es später (zu meinem Glück) in den Süden verschlagen hat, sind mein Mann und meine Söhne damit eben auch anteilig „Fischköpfe“. Mittlerweile gibt keine Verwandten mehr in Hamburg, aber weil sie hier gelebt haben fühlen wir uns verbunden
Und auch auf meiner Seite wartet die Familiengeschichte mit einer Stadtverbundenheit auf: Mein Vater und meine Oma sind in Prag geboren. Auch hier gibt es keine Verwandten mehr, aber wir haben die Stadt und die Orte, an denen sie lebten, besucht. Viel wurde mir über diese Zeit erzählt. Viel Geschichtliches habe ich mir erlesen. Und in mir (und auch hier bei meinen Söhnen mit) schwingt diese Verbindung. Es nicht nur eine Stadt für mich. Sondern irgendwie auch meine Stadt.
Und natürlich ist da unsere jetziger Heimatort. Hier haben sich unsere Eltern aus Nord, Ost und Süd verbunden. Sind wir und unsere Kinder aufgewachsen. Hier hat sich unsere gemeinsame Familiengeschichte verortet. Hier sind wir verbunden. Mit Menschen und Region. Von hier aus gehen wir in die Zukunft. Denn hier haben wir auch die Verbindung zu Jesus gefunden und damit das Wohnrecht in einer zukünftigen ewigen Stadt.
Vielleicht mag diese Auflistung der Stadtverbundenheiten banal erscheinen. Bringt nicht jeder eine Familiengeschichte dieser Art mit? Ja, klar. Und wir betrachten das als selbstverständlich. Keiner lebt nur im Hier und Jetzt. Jeder ist verbundener Teil seiner Familiengeschichte. Und deshalb sollten wir das genauso auch beim Lesen in der Bibel wahrnehmen. Denn wir sind auch in diesem großen Kontext Teil der Familiengeschichte Gottes. Verbunden mit ihm und dem Rest der Menschheit. In der Vergangenheit, dem Jetzt und der Zukunft.
Tja, und das bedeutet dann: Die Bibel in ihrer Gesamtheit sehen. Und sie damit auch als ein Ganzes zu lesen und kennen zu lernen. Verbindungen zu entdecken statt selektiv erbauliche Abschnitte auszuwählen. Nicht nur im Jetzt meiner aktuellen Situation und Bedürfnisse zu bleiben. Sondern sich tiefer verbinden zu lassen und zu erleben, wie das Alte Testament den Weg bereitet für das Verständnis des Neuen Testaments und umgekehrt. Und so immer mehr davon zu verstehen, wie treu, wahr und voller Liebe dieser Gott ist, der sich mit uns verbunden hat.

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