
Für Urlaubsverhältnisse sind wir heute ungewöhnlich früh auf dem Deich. Eine Schiffsausfahrt und die Aussicht auf einen sommerlichen Tag an der Elbe haben uns aus dem Bett springen lassen. Und offensichtlich nicht nur uns. Ziemlich viele Gassigeher sind ebenfalls unterwegs. Zwei braune Hunde interessieren sich für Amy und wir kommen mit der Besitzerin ins Gespräch. Nach den ersten Worten stellt sie fest: „Sie kommen aus Baden-Württemberg!“ „Ja“, sag ich, „aus der Nähe von Freiburg.“ Und nenne unseren Wohnort. Sie lacht: „Genau da hat mein Mann gearbeitet und ich in Lörrach – wir haben einige Jahre in der Region gewohnt.“ Da fangen auch wir an zu lachen. „Hier bin ich aber auch zugezogen“, sagt sie. Ursprünglich komme sie aus Münsingen auf der schwäbischen Alb. Da lachen wir noch mehr. Denn da machen wir ganz in der Nähe seit Jahren unseren Sommerurlaub. Was für ein witziger Zufall. Wie unwahrscheinlich ist das eigentlich: 800 km von zuhause einen Menschen zu treffen mit dem es so viele Schnittstellen gibt?
Beim Weiterlaufen denke ich: So geht es mir auch, wenn wir irgendwo auf andere Christen treffen. Wir haben einen gemeinsame Schnittstelle: Jesus. Aber dann merke ich, dass es eigentlich darüber hinausgeht. Habe ich nicht viel öfter Schnittstellen mit Menschen als ich denke? Denn fast jeder Mensch hat eine Sehnsucht nach Sinn, Leben, Glauben. Nur unterhält man sich da nicht so oft darüber. Warum eigentlich? Die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand darüber Gedanken macht und etwas über Gott und die Bibel hören möchte ist eindeutig größer als Gemeinsamkeiten von Wohnorten im Urlaub. Ich merke: Das macht mir Mut. Gar nicht so unwahrscheinlich, dass ich die Frage nach dem Glauben in Zukunft öfter stelle.
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