Gedankenschnipsel Zugvogelwissen

Sie sammeln sich wieder. Neulich sah ich sogar mehr als fünfzig auf einem Acker stehen. Störche gehören bei uns wieder selbstverständlich zum Landschaftsbild. Im Frühjahr schweben sie zielsicher ein und beziehen ihre vertrauten Nester. Dann wird gebaut, geklappert, gebrütet und in die Schnäbel der Jungen gestopft, was Feld und Flur bereithält. Im August dann, wenn die Jungen flügge sind, tanken sie noch einmal Kräfte und sammeln sich zur Reisegesellschaft Richtung Süden. Und ich frage mich jedes Mal, woher wissen die das? Besonders kurios: Die Altstörche fliegen vor den Jungen dieses Jahres ab. Statt dem Nachwuchs den Weg zu zeigen machen sich die Alten schon mal vom Acker. Und trotzdem finden die Jungstörche ihren Weg. Wie alle Zugvögel orientieren sie sich während des Fluges an Sonne, Sternen und dem Magnetfeld der Erde. Zudem verfügen sie über eine Art innere Uhr, die ihnen sagt, wann es Zeit für den Abflug ist. All das und auch wohin sie fliegen, das liegt – so der Stand der Wissenschaft – in ihren Genen. Es wurde also in sie hineingelegt – von ihrem Schöpfer. Sie wissen, wo sie hinmüssen. Ja, es zieht sie dorthin und sie folgen diesem Impuls. So geht es auch uns Menschen. Es wurde in uns hineingelegt, dass wir um Gott und den Himmel wissen. Eine Ahnung, die uns sagt, dass es diesen Gott gibt. Auf den wir hin geschaffen wurden. Zu dem es uns hinzieht. Eine Art Zugvogelwissen, das dafür sorgt, dass wir uns auf den Weg machen. Mehr von Gott wissen wollen. Den wir finden, wenn wir die Bibel aufschlagen und ihn zu uns reden hören. Und bei ihm ankommen – genau da, wo wir hingehören.