
„Enger und weiter Horizont“ nennt der Künstler Martin Burchard sein Kunstwerk. Es ist Teil des Lebensweg-Horizont-Weges auf der Ehinger Alb. Schon beim ersten Besuch hatte es uns beeindruckt und nun sind wir nochmals hier. Stauen über seine Schönheit. Seine geniale Schlichtheit. Nur ein paar Röhren – mehr nicht. Still durchschreiten wir es, um seine Wirkung selbst zu spüren.
Burchard schreibt auf der Begleittafel dazu: „Am Beginn der Station ist der Weg breit und nach oben wird es immer enger. Das ist ein Ausdruck dafür, dass uns der Alltag fest im Griff hat und wir uns eingeengt fühlen. Unser Augenmerk ist nach unten gerichtet und der Horizont eng. Dieser Weg ist nicht himmeloffen.
Wenn wir durch das Kunstwerk hindurchgehen, wird der Weg am Boden immer schmaler. So kann es aussehen, wenn wir den Angelegenheiten des Alltags mit einer positiven Genügsamkeit begegnen. Das Motto lautet dann: Weniger kann mehr sein als viel. Gleichzeitig öffnen sich die seitlichen Begrenzungen wie Flügel und der Horizont wird weit. Diese äußere Befreiung kann uns aufrichten und uns auch innerlich neue Möglichkeiten schenken. Der Weg ist himmeloffen.“
Nach dem Durchschreiten drehte ich mich noch einmal um. Und in diesem Augenblick war er da, der Gedanke: „Und der Blick zurück zeigt uns, dass wir auf diesem Weg nie alleine unterwegs sind!“
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