Ein letztes zum Buch Daniel. Aber ich konnte diesen Gedanken einfach nicht zur Seite schieben. Denn was uns Daniel auch zeigt ist, dass er, mit allem was er war und konnte, Teil der babylonischen Gesellschaft war. Er war mittendrin. Arbeitete mit. Brachte sich ein. Wirkte zum Besten des Königs. Zum Besten des Volkes. Ja, darf der das denn? Das waren doch die Feinde. Die hatten ihn um alles gebracht. Um alles. Das geht doch nicht, oder? Und dann beteten die auch noch irgendwelche komischen Götter an. Da wäre doch völliges Distanzieren angesagt. Klares Dagegen sein. Ne, ne, ne, mit euch nicht Leute. Ich mach nur so viel wie ich unbedingt muss. Halte mich fern. Bleibe lieber in meiner sicheren Blase. Ist mir doch egal, wie es euch geht. Hauptsache ich bewahre mir mein Seelenheil. Irgendwas mit euch gemeinsam machen – auf gar keinen Fall. Wir wären nicht überrascht, wenn Daniel so gehandelt hätte.
Aber noch mehr überrascht es, dass er es gerade nicht so gemacht hat. Daniel teilte was er hatte. Verstand, Gaben und Gottes Wort. Mit denen, die um ihn herum waren. Und es spielt überhaupt keine Rolle, wo und mit wem er es zu tun hatte. Und er ist nicht das einzige Beispiel, das wir in der Bibel finden. Joseph hat das in Ägypten auch so gemacht. Das hat mir zu denken gegeben. Daniel blieb sich und seinem Gott treu – das war für ihn unaufgebbar. Aber das hielt ihn nicht davon ab das Beste für alle Menschen in seinem Umfeld zu wollen und sich für sie verantwortlich zu fühlen. Ihnen Gutes zu tun. Für sie zu sein.
Wann immer wir uns ertappen, dass wir uns in die fromme Dagegenblase zurückgezogen haben, kann uns der Blick auf Daniel daraus befreien. Und uns freisetzen uns einzubringen inmitten unserer Gesellschaft, die so gut brauchen kann, was Gott uns gegeben hat. Dann wird dafür statt dagegen zu sein unsere Welt verändern. Gleich heute, mit dir und mir, fängt es an.

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