Kreuz drei

Da war nicht nur einer. Da waren  gleich drei. An Kreuz eins hing ein Mörder und auch an Kreuz drei. An Kreuz zwei dann ein König, doch damit war`s nicht vorbei.

Bei der Salmendinger Kapelle ist einer der wenigen Plätze, an denen alle drei Kreuze zu finden sind. Weithin sichtbar stehen sie auf dem Hügel und erzählen vom ersten Karfreitag.

Jetzt ist es ja so, dass es durchaus noch viele Kreuze zur Erinnerung  in der Landschaft gibt. Aber meistens eben nur eins. Seins. Das Kreuz. Das Kreuz, an dem Jesus unsere Schuld trug. An unserer Stelle starb. Das ist doch wichtig. Existenziell wichtig. Viel wichtiger als die beiden rechts und links.

Und das stimmt auch. Alles, alles, entscheidet sich an diesem Kreuz. Und trotzdem: ohne die anderen beiden Kreuze rechts und links wird nur der eine Teil der Geschichte erzählt. Gottes Teil. Er schafft  durch den Tod Jesu am Kreuz den Menschen einen Weg in die Gemeinschaft mit ihm. Er tut es für uns. Wir sind ihm wichtig. Genau deshalb aber ist es gerade kein losgelöster Vorgang. Kein Alleingang, den Gott mit sich selbst abmacht, irgendwie und irgendwo – fernab und alleine. Nur er und sein Kreuz. Sondern Jesus stirbt inmitten derer, für die er kam. Inmitten von uns. Er stirbt für uns Menschen. Menschen wie die beiden rechts und links von ihm. Menschen voller Schuld, die durch ihn zu Menschen voller Hoffnung, voller Leben werden können. Wenn sie wollen. Wenn sie ihm glauben. Ihm vertrauen. Wir haben die Wahl, ja zu sagen oder nein. Das ist unser Teil. Der gehört dazu.

 Die drei Kreuze zeigen deshalb auf eine komprimierte Weise Gottes ausgestreckte Hand, die zwei möglichen menschlichen Reaktionen darauf und die daraus entstehenden Konsequenzen: Endgültig Ende oder heute im Paradies. Das ist das ganze Bild.

Da war nicht nur einer. Da waren gleich drei. Glaubt mir und kommt, sprach der an Kreuz Nummer zwei. Der eine lehnt ab, der andere dreht bei. Der eine stirbt ewig, der andere ist frei.

Der König ist Sieger, bist du dabei?