Augenblick Entenbrötchen

Samstagmorgenrunde mit Amy am Flussufer entlang. Das Wasser plätschert. Kein Hochwasser, aber ordentlich Strömung. Ein Entenpärchen treibt heran. Mitten im Fluss, ziemlich schnell. Aber irgendwas schwimmt da noch mit. Ich kann erst nicht so richtig erkennen was es ist. Dauernd wechseln sie die Plätze. Aber dann – ah, es scheint ein Brötchen zu sein, das da mit und zwischen ihnen schwimmt. Beide versuchen immer wieder einen Bissen davon abzupicken. Klappt aber immer nur ganz kurz, denn es entwischt immer wieder, ja manchmal überholt es die Enten sogar. Immer wieder muss es eingefangen und aufgehalten werden. Kann das was werden? Sieht auf jeden Fall anstrengend aus – und all das für einen Happen. Aber klar, die Enten haben Hunger – und lassen nicht locker. Aber dann ändert sich was. Die beiden schaffen es das Brötchen aus der Strömung hin Richtung Ufer zu bugsieren. Und dann liegt es still vor ihnen im seichten Wasser. Sie können sich endlich gütlich tun an ihrem Entenfrühstücksbrötchen. Und in Ruhe genießen. Und ich freu mich für sie.

„Ist das nicht auch so bei dir?“ meldet sich das leise Flüstern Gottes in mir. „Solange du voll in der Strömung deines Alltags bist schaffst du es kaum einen Bissen von meinem Wort zu nehmen. Immer wieder flutscht es dir davon. Du weißt, du brauchst das, deshalb strengst du dich an. Aber das wird nicht klappen. Auf Dauer ist das zu wenig. Nur wenn du Zeiten und Orte der Ruhe in deinem Tag ansteuerst, wirst du wirklich satt werden und genießen können, was ich dir sagen will.“